FAQ zum bidirektionalen Laden

Bidirektionales Laden lässt ein Elektrofahrzeug Energie zurückspeisen. In ein Wohnhaus (V2H), in ein Gebäude (V2B) oder ins Netz (V2G).

Die Hardware ist weitgehend gelöst. Die Regulierung nicht. Diese Lücke entscheidet, wann ein echter Kunde es nutzen kann.

Sind Veton-Ladestationen bereit für bidirektionales Laden?

Ja. Jeder Veton®-Ladepunkt ist AC-bidirektional-ready. Die ladestationsseitige Hardware, die ISO 15118-20 verlangt, der europäische Standard für bidirektionales Plug & Charge, ist bereits an Bord. Sobald der rechtliche Rahmen steht, aktiviert ein Software-Update die bestehende Installation. Kein Hardwaretausch.

In den meisten Haushalten ist bidirektionales Laden heute noch nicht nutzbar. Der Blocker ist regulatorisch, nicht technisch. Das gilt für jede Marke.

Warum ist bidirektionales Laden noch nicht nutzbar?

Um Energie in ein Gebäude oder ins Netz zurückzuspeisen, muss genau das Paar aus Auto und Ladestation vom lokalen Netzbetreiber (DSO) als bidirektionales System zugelassen sein. Die Zulassung läuft pro Land. Jeder EU-Mitgliedstaat hat eigene Regeln und einen eigenen Zeitplan. Heute kann fast kein Privatkunde V2H oder V2G produktiv betreiben. Die Ausnahmen sind geschlossene Proof-of-Concept-Piloten.

Europa arbeitet an harmonisierten Regeln. Ein zugelassenes Paar aus Auto und Ladestation würde dann in allen Mitgliedstaaten anerkannt. Ein tragfähiger Rahmen wird für Ende 2026 oder 2027 erwartet. Sobald er steht, aktiviert ein Software-Update die Hardware, die bereits in jeder Veton®-Ladestation steckt.

AC-bidirektional versus DC-bidirektional

Es gibt zwei Wege. Sie unterscheiden sich in den Kosten, in der Komplexität und darin, wie realistisch jeder für ein Wohnprojekt ist.

AC-bidirektional. Das Onboard-Ladegerät des Autos arbeitet in beide Richtungen. Es wandelt AC aus dem Netz in DC für die Batterie, und DC aus der Batterie zurück in AC für Gebäude oder Netz. Die Wandeinheit bleibt eine vergleichsweise einfache AC-Ladestation. Der maßgebliche Standard, der den Handshake zwischen Auto und Ladestation, Messung, Authentifizierung und Sicherheit abdeckt, ist ISO 15118-20.

Europa treibt diesen Weg über AFIR voran (Alternative Fuels Infrastructure Regulation, EU 2023/1804). Die ISO-15118-Pflicht greift 2026 für öffentliche Ladestationen und 2027 für alle. Das setzt die Marktrichtung. Veton® liefert bereits jede Ladestation mit ISO-15118-20-fähiger Hardware aus.

DC-bidirektional. Die Wandlung passiert in der Wandeinheit oder in einem separaten Wechselrichter, nicht im Auto. Die Wandhardware braucht dann einen deutlich größeren, teureren bidirektionalen Leistungselektronik-Block. Oft geteilt mit dem Solarwechselrichter oder Heimspeicher des Gebäudes, oder darin integriert.

Heute sind die meisten funktionierenden DC-bidirektionalen Piloten geschlossene proprietäre Systeme. Eine Ladestation, ein Auto, eine Energiemanagement-Plattform, alles vom selben Anbieter. Marken zu mischen ist selten möglich. Die Zertifizierung eines Fremdfahrzeugs ist langsam. Für einen Haushalt, der später das Auto wechseln möchte, ist das eine echte Einschränkung.

Wohin steuert Europa?

Richtung AC-bidirektional. AFIR und ISO 15118-20 treiben den standardisierten, interoperablen AC-Weg voran. Jedes konforme Auto funktioniert mit jeder konformen Ladestation.

DC-bidirektional behält seine Nische, wo hohe Leistung und enge Integration mit stationärer Batterie oder Solarwechselrichter sinnvoll sind, etwa in gewerblichen Energiespeicher-Installationen. Als Standard im Wohnbereich ist AC-bidirektional die realistische Richtung. Die Hardware von Veton® ist darauf gebaut.

Was kann ich heute konkret tun?

  • Eine Ladestation spezifizieren, die bereit ist. Keine Hardware muss ersetzt werden, sobald die Regeln stehen. Jede Veton®-Ladestation ist AC-bidirektional-ready, mit ISO-15118-20-Hardware an Bord.
  • Die Energieinfrastruktur darauf planen. Platz im Gehäuse im Gebäude lassen. Die Kabeltrasse für die künftige Nutzung dimensionieren. Ein Auto mit bidirektional-fähigem Onboard-Ladegerät wählen.
  • Die Smart-Charging-Modi nutzen, die heute funktionieren. Solarüberschuss, dynamisches Lastmanagement, dynamischer Tarif. Der größte Teil des Werts, den man von V2G erwartet, steckt bereits im smarten unidirektionalen Laden.

Was ist mit V2L?

V2L (Vehicle-to-Load) ist eine separate, deutlich einfachere Funktion. Das Auto versorgt direkt eine kleine AC-Steckdose. Für Werkzeuge, Campinggeräte, einen Notstromkreis im Haushalt.

Sie hängt weder von der Ladestation noch vom Netzbetreiber ab. Unterstützt ein Auto V2L, kann der Fahrer es heute über die fahrzeugeigene Steckdose nutzen. Keine bidirektionale Wallbox nötig.